Wahlfrühstück der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt zur Zukunft der Krankenhausversorgung

Krankenhausgesellschaft bringt Forderungen und Erwartungen vor der Landtagswahl in die politische Diskussion ein

Anfang Juni kamen die gesundheitspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der im Landtag vertretenen Parteien mit Vertreterinnen und Vertretern der Krankenhäuser Sachsen-Anhalts zum Wahlfrühstück der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt zusammen. Die Veranstaltung bot eine Plattform für den offenen Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Krankenhauslandschaft und die gesundheitspolitischen Weichenstellungen der kommenden Jahre.

Zum Auftakt begrüßte der Vorstandsvorsitzende, Professor Schütte, die Gäste und betonte die Bedeutung eines direkten Dialogs zwischen Politik und Krankenhäusern. Konkretes Handeln sei jetzt wichtiger denn je, um die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern.

Anschließend sprach Geschäftsführer Dr. Heelemann über die Erwartungen der Krankenhäuser an die laufenden Reformprozesse. Mit Blick auf die Krankenhausreform und das geplante Beitragsstabilisierungsgesetz erklärte er, dass die Krankenhäuser gespannt darauf seien, wie die Parteien die aktuellen Entwicklungen einordnen. Das Gesetz werde vielerorts als „Reform der Reform“ wahrgenommen. Zwar stehe die Qualitätsverbesserung der Versorgung im Mittelpunkt, gleichzeitig bestehe jedoch die Sorge, dass die eigentlichen Reformziele konterkariert werden könnten. Befürchtet wird ein kalter Strukturwandel, der insbesondere kleinere Standorte unter Druck setzt.

Vor dem Hintergrund der Landtagswahl am 6. September 2026 hatte die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt bewusst zum Wahlfrühstück eingeladen. Ziel war es, die Forderungen, Erwartungen und Sorgen der Krankenhäuser frühzeitig mit den gesundheitspolitischen Vertreterinnen und Vertretern der Parteien zu diskutieren und Impulse für die künftige Krankenhauspolitik im Land zu setzen. Umso wichtiger sei es, bereits im Vorfeld der Wahl in den direkten Austausch zu treten und gemeinsam tragfähige Perspektiven für die Krankenhausversorgung zu entwickeln.

Vorstandsmitglied Marco Bohn kritisierte, dass viele Diskussionen über die Zukunft der Krankenhausversorgung auf die Ebene einzelner Regionen verlagert würden. Die Krankenhäuser dürften mit den Herausforderungen der Transformation nicht allein gelassen werden. In den Häusern sei die Verunsicherung groß. Auch Vorstandsmitglied Dr. René Rottleb sprach sich dafür aus, Insolvenzen von Krankenhäusern zu verhindern und die Versorgungssicherheit zu erhalten.

Positiv bewertete er die aktuelle Entwicklung bei der Fachkräftesicherung, die derzeit vergleichsweise stabil verlaufe.

Neben Professor Schütte, Marco Bohn und Dr. René Rottleb nahmen auch die Vorstandsmitglieder Matthias Hirsekorn, Lutz Heimann und Johannes Brumm an der Veranstaltung teil und brachten die Perspektiven der Krankenhausträger in die Diskussion ein.

Zu den politischen Gästen gehörten Thomas Lippmann (Die Linke), Konstantin Pott (FDP), Gordon Köhler (AfD), Tobias Krull (CDU), Dr. Katja Pähle (SPD) sowie Mamad Mohamad (Bündnis 90/Die Grünen). In einem regen Austausch stellten die Vertreterinnen und Vertreter der Parteien ihre Positionen zur Krankenhauspolitik vor.

Als zentrale Themen kristallisierten sich dabei erneut die Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie die Sicherstellung der Notfallversorgung im ländlichen Raum heraus. Über Parteigrenzen hinweg wurde deutlich, dass die Krankenhäuser vor allem Planungssicherheit benötigen. Mehrere Teilnehmer warben für einen langfristigen Masterplan beziehungsweise einen Fünfjahresplan, um den Einrichtungen verlässliche Perspektiven zu geben. Die aktuelle Situation lasse vielen Krankenhäusern kaum noch finanziellen und organisatorischen Spielraum.

Im Rahmen des Wahlfrühstücks hat die Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt zudem einen Fragenkatalog erarbeitet, der den teilnehmenden Parteien im Nachgang zur Beantwortung bis zum 30. Juni übermittelt wird. Die Antworten sollen anschließend den Mitgliedskrankenhäusern zur Verfügung gestellt werden und eine fundierte Orientierung für die gesundheitspolitischen Diskussionen im Vorfeld der Landtagswahl bieten.